10 Dezember 2008

Nepal: Manaslu Umrundung

Kurz nach meiner Pisang-Erholungswoche in Pokhara mit Yoga, Sonnenschein und Relaxing, bin ich auf mein zweites Himalaya-Abenteuer gestartet; die Manaslu-Umrundung. Was fuer ein traumhaft schoenes Erlebnis!
Manaslu ist der acht-hoechste Achttausender auf der Welt, und misst 8163m. Er liegt im Gorkha district of Nepal, welches vom Annapurna-Massiv sowie dem Ganesh Himal umrahmt wird. Die Gorkha Gegend war bis vor Kurzem eine 'restricted area', was bedeuted, dass die Einreise verboten und somit das Manaslu-Gebiet lange Zeit fuer die Touristen unerreichbar war. Dies ist bis heute deutlich spuerbar... und genau darin liegt der Reiz! Die Umrundung des Manaslu ist sehr remote und man erlebt das 'echte' Nepal, wie es in anderen Gebieten, durch den Touristen-Einfluss, nicht mehr moeglich ist. Auf dem Weg um den Achttausender gibt es oft keine oder nur absolut spaerliche Moeglichkeiten zur Uebernachtung; Guest- oder Teahouses sind sehr selten, so dass man auf ein Zelt angewiesen ist. Auch die Versorgung muss geplant werden, um nicht ploetzlich mit Essens- oder Trinkmangel konfrontiert zu sein. Ein wahres Natur-pur-Erlebnis - und fuer mich genau das Richtige!

Kommt hinzu, dass diese Umrundung, im Gegensatz zu den meisten anderen circuits, in Sichtnaehe rund um den Berg geht - man sieht Manaslu tatsaechlich von allen Seiten stolz ueber jeglich andere Berge, Huegel und Rocks thronen!
Diese Tour wird fuer einzelne Personen nicht organisiert, zu gross waere der Aufwand. Und das Permit, welches nicht ganz einfach erhaeltlich ist, wird normalerweise (moeglich ist ja alles in Nepal:-) nur fuer eine Gruppe ab zwei Personen plus nepalesische Guides und Porter ausgestellt. Wie gluecklich war ich, als ich von Prem (mein Nepal-Organisator und mittlerweile ein guter Freund) die Info erhielt, dass ich mit dem Paar aus Australien, welches Manaslu gebucht hat, mitgehen darf.

Ich war noch in Pokhara, als mich die Nachricht erreichte. Nachdem ich eine ganze Woche relaxed hatte, endlich wieder Yoga machen konnte und so richtig happy und voller Vorfreude die Rueckfahrt mit dem Minibus nach Kathmandu startete, hab ich Nepal waehrend der Fahrt dann noch von einer anderen Seite 'kennen gelernt': nach einer 5-stuendigen (!!!) Strassensperre und unendlichem Warten in einem fuer uns unvorstellbar langem Verkehrsstau (auf der einzigen Strasse die Ost und West verbindet und dadurch enorm verkehrsdicht ist), habe ich dann 10 Stunden spaeter die 190 km entfernte Hauptstadt doch auch noch erreicht! What a day! and welcome to Nepal... es sollte nicht das letzte Mal sein, wo ich das erleben darf :-)

Nur wenige Tage in Kathmandu und los gings Richtung Arughat Bazar (570m), der Ausgangsort fuer die Manaslu-Umrundung.
Fruehmorgens im Taxi hab ich Shaya & Michael kennen gelernt, meine Trekking-Partner aus Australien. Wir waren uns vom ersten Moment an sehr sympathisch, was mich enorm freute. Werde ich ja die kommenden gut zwei Wochen mit Ihnen in grosse Weiten und doch auf engem Raum zusammen sein. Und der erste Eindruck hat sich absolut bestaetigt: Zwei ganz tolle Menschen; mit einer riesigen Ladung Humor (was haben wir nur gelacht:-), interessantem Wissen, spannenden Erfahrungen, dem Herz am richtigen Ort & obendrauf einer guter Kondition (was nicht unwichtig ist, bei einem solchen Vorhaben:-) Stundenlange Gespraeche, wo wir die Zeit vergassen, gab es fast taeglich und wir habe uns in allem prima ergaenzt und unterstuetzt.

Die Fahrt nach Arughat war dann auch gleich wieder ein Eintrag im Nepal-Verkehrs-Buechlein wert! Kaum ausserhalb der Stadt, sind wir wieder in einen Stau gekommen. Recht bald merkt man, dass hier so schnell nichts passieren wird... LKW an LKW, Bus hinter Bus - soweit das Auge reicht! Interessant ist zu beobachten, wie ruhig und gelassen die Einheimischen (und erstaunlicherweise auch die Touristen) sind. Diese ausgepraegte Ruhe & Gelassenheit in der Natur der Nepali ist sehr beeindruckend und so manch ein gehetzter Touri koennte sich ein Stueck davon abschneiden - wobei auch zu sagen gilt, dass diese oft in Langsamkeit resultierende Haltung in gewissen Situationen die Geduld von uns Westlern dann doch an die Grenzen bringen kann :-) mich inklusive!
Zurueck zum Stau: Wieder gestrandet auf demselben Highway, der sich durch Huegel und Berge am Fluss entlang schlaengelt, ohne jegliche Zu- oder Abgaenge. Unmoeglich zu sehen wie lange der Stau wirklich ist oder 'was wie wo warum', aber dafuer kann man unbeschwert einen Spaziergang starten und sich ueberraschen lassen, ob man am Ort des Geschehens ankommt. Wo man dann vielleicht den Grund erfaehrt sowie hoffentlich die Infos bekommt, ob und wann es wohl weiter geht. Irgendwie musste ich schmunzeln... sowas kann man in Europa nicht erleben, und obwohl es schon muehsam ist, habe ich mir meine Stimmung nicht verderben lassen und mir dieses Schauspiel reingezogen - ist es naemlich nicht so, dass gaenzlich alle Nepali gelassen in der Schlange stehen... nein, ein paar 'andere' gibt es immer und die versuchen sich unwissend in der Kolonne nach vorne zu schieben; und es ist koestlich, ihre unschuldigen Gesichter zu beobachten, waehrend dem sie versuchen unbemerkt an den stehenden Autos und LKWs vorbei zu fahren... :-)
Nachdem wir den 5h-Rekord nur grade um 10 Minuten verpasst haben, gings endlich weiter. Die Fahrt war ein Erlebnis fuer sich! Liegt Arughat bereits mitten im Gorkha district und weg von den einigermassen gut geteerten Strassen. So mussten wir mit dem Bus (so ein richtig grosser Car, wie bei uns, einfach ca 100 Jahre aelter) ueber Wege fahren, wo ich niemals motorisierte Vehikel vermutet haette. Eine wahre Glanzleistung unseres Drivers (welcher noch keine 20 Jahre alt war!). Er steuerte das Ungetuem professionell ueber alle Arten von Loechern und Erhebungen, um alle Kurven und Wendungen, mehr als 1500 Hoehenmeter hinauf und wieder hinab. Die grosse Herausforderung war, so fand ich, dass die Strasse oft extrem abfallend oder einseitig loechrig war, so dass sich der Bus bedenklich stark neigte und die Felswaende oder Baeume den Bus-Fenstern bedrohlich nah kamen. Mich erstaunte, wie er genau wusste, ueber welche Schlagloecher er mit doch recht rasantem Tempo fahren kann und bei welchen er langsam machen musste, um einen Seitenaufprall zu vermeiden. Hut ab - ich habe mich trotz allem recht sicher gefuehlt!
Durch den Aufentalt im Stau sind wir die gut 2h auf dieser Schotterstrasse durchs Gebirge dann meistens in Dunkelheit gefahren, einer zusaetzlichen Schwierigkeit, der sich normalerweise kaum einer freiwillig stellt. Aber unser Junge am Steuer hat das wirklich super gemacht.
Nach cirka 14h sind wir in Arughat angekommen (zur Info: Arughat liegt auf halbem Weg nach Pokhara :-), also keine 150km von Kathmandu entfernt). Nach einem feinen Dal Bhat sind wir muede 'in die Federn' gefallen - das letzte Mal auf einer Britsche, bevors dann in mein geliebtes VE25 ging!

Start am naechsten morgen, ab ins Mansiri Himal-Gebiet. Es war noch dunstig und die Sicht zu Beginn nicht vom Feinsten - aber wie schon auf allen meinen Expeditionen, stellte sich bald heraus, dass auch dieses Mal der Wettergott nur das Beste fuer mich gedenkt:-) Es war waehrend der gesamten Tour hoechstens am fruehen morgen noch neblig... ansonsten immer strahlend blauer Himmel! :-)

Wir liefen lange dem Budhi Gandaki entlang, ein traumhaft schoener Fluss, der in allen Farben leuchtet, sich durch das Tal schlaengelt und diesem so seine Form verleiht. Die ersten Trekking-Tage waren eher kurz und nicht sehr anstrengend. Meine Energie war riesig und ich waere beim Camp-place jeweils am liebsten weiter gelaufen :-) Die Brueder Dawa und Aital, unsere beiden Guides, haben das bemerkt und da auch Shaya & Michael gerne weiter gelaufen waeren, wurden fuer die naechsten Tage laengere Treks geplant - sehr zu meiner Freude!

Nach sechs wunderschoenen und tief eindruecklichen Tagen entlang dem Budhi Gandaki-Tal, und nachdem wir schon einige ups & downs und unzaehlige sherpa-flat's :-) bezwungen hatten, konnten wir ihn zum ersten Mal sehen - Manaslu, "the mountain of soul", was der Name in Sanskrit bedeutet (und auch wenn er oft mit 'spirit' oder 'intellect' uebersetzt wird, 'soul' ist fuer mich dieser Umgebung die angemessenste Erklaerung).

Ein paar historische Infos - fuer diejenigen, die's interessiert:
1956 wurde der Berg das erste Mal bestiegen, von der japanischen Expedition mit dem beruehmten Toshio Imanishi. 1972 dann gelangte 'unserem' Reinhold Messner die insgesamt dritte, jedoch erste Besteigung des Manaslu ohne Sauerstoff. Manslu wurde durch diverse Aktionen in die Oeffentlichkeit gebracht und auch ins Guiness Buch der Rekorde eingetragen. Zum Beispiel, durch die welt-erste Abfahrt von einem Achttausender auf Skiern! Wow, das muss ein actionvolles Erlebnis gewesen sein :-) (1981, durch zwei Oesterreicher vollbracht.) Und da das Base Camp sehr tief liegt, ist die Distanz vom Gipfel im Vergleich zu anderen hohen Bergen immens und die Abfahrt zaehlt zu den laengsten ueberhaupt!

Ja da war er - vor uns, Manaslu in voller Pracht und wir konnten kaum genug von ihm sehen. Durch den Ostgipfel, welcher nur wenig tiefer ist als der Hauptgipfel und was aus der Distanz sowieso schwer einzuschaetzen ist, wirkt Manaslu mit den Doppel-summits und ihren skurielen Formen absolut einzigartig! (und weil er so schoen ist, hier nochmals:-)
Der noerdliche Teil der Umrundung liegt im alten tibetischen Samagaon-Gebiet (mit gleichnamigem Hauptort); welches noch heute von Tibetern bewohnt wird und deren Kultur & Religion das Leben dort bestimmen. Unser Weg durch dieses Gebiet war einzigartig - und wir konnten den alten mystischen Spirit noch deutlich spueren...
Heute liegt Samagaon in Nepal, an der tibetischen Grenze; und der Lajyung Bhanjyang-Pass, welcher direkt ins Tibet fuehrt, beginnt unmittelbar hinter Samdo (was auch der Grund dafuer ist, dass das Manaslu-Gebiet so lange gesperrt war und heute noch restricted ist!). Samdo, ein urtypisches tibetisches Dorf auf 3920m, das noerdlichste in Samagaon und somit auch auf der Manaslu-Umrundung; liegt auf einer Bergkuppe kurz vor dem Larkye-Pass.
Das Dorf Samagaon, auch 'Roe' genannt, war bis vor wenigen Jahren Hauptort des asiatischen Handels wo der Tausch von tibetischen Waren mit denen aus dem Sueden kommend (Nepal, Indien, etc), statt fand. Roe (kurz vor Samdo, auf 3520m liegend) war durch seine geografische Lage am Ende des wichtigsten (zeitweise sogar einzigen) Verbindungsweges durch den Himalaya 'reich' geworden und die Menschen lebten durch den Handel ein gutes und normales tibetisches Leben im Himalaya, ihrer Heimat. Heutzutage, wo immer mehr Strassen gebaut werden und andere Transportmittel als Yak-Karawanen die Oberhand gewonnen haben, verlieren die Einwohner von Samagaon ihren Lebensunterhalt und die Armut wird immer groesser.
Trotz der topografischen Problematik durch die hohen und schneebedeckten Himalaya-Gipfel sowie dem traurigen Verlust alter Tradition der Yak-Karawanen werden in diesem von Bergen dominierten Gebiet von der chinesischen Regierung riesige Strassenbauprojekte durchgefuehrt.
Die tibetischen Namen der Doerfer, wie Lho, Ghap, Sama Ro oder Shyala, sind genauso klangvoll wie sie wunderschoen sind und nachdem ich mehrere Tage durch dieses Gebiet treken durfte, stimmt es mich traurig zu sehen und zu wissen, dass die so freundlichen und einst gluecklichen Menschen ihrer Kultur und Zufriedenheit beraubt werden.

Das buddhistische Eingangstor von Samdo durchschritten, konnten wir unseren Blick ins geheime Tibet richten; ein spezieller Moment in einem speziellen Bergdorf! Der Aufstieg auf knapp 4000m hat nicht nur eine landschaftliche Veraenderung mit sich gebracht, sondern auch einen ziemlich starken Temperatursturz. Brrrr, es wurde eisig kalt, kaum war die Sonne verschwunden und auch die waermsten Kleider konnten uns nicht richtig warm geben. Fuer die naechsten Tage war enorme Kaelte vor allem am Abend und frueh morgens (plus an den kaeltebedingten stark steigenden naechtlichen Toilettengaengen:-) unser staendiger Begleiter. Mitten in der Nacht, wenn ich zum etlichsten Male mich aus dem gut zugeschnuerten Schlafsack zwaengen musste, Schuhe anziehen, Stirnlampe montieren, Zelt aufmachen, zum Toilettenzelt storcheln und das ganze wieder zurueck... da fragte ich mich oft 'warum nur tue ich das?' - die Antwort jedoch kam immer sehr schnell - kaum waren wir wieder unterwegs und die wunderschoenen landschaftlichen Schmuckstuecke vor mir lagen, zum Greifen nahe.

Der Larkye-Pass kam immer naeher und somit wurden die Aufstiege auch physisch immer haerter. Gepaart mit der landschaftlichen Schoenheit jedoch, haben wir die schmerzenden Muskeln kaum gespuert... Larkya Phedi, auf 4520m war unsere letzte Station, bevor es auf den Pass auf 5141m hinauf geht. Phedi ist kein Dorf mehr, sondern lediglich eine Anhoehe um Zelte aufzustellen. Es gibt eine einzige kleine Steinhuette, welche von den Portern als Unterschlupf genutzt wird. Unser Zeltplatz war erneut wunderschoen, mit einem einmaligen Blick auf die umliegenden Schneegipfel. Wir genossen unseren Tee auf einer Decke in der Sonne liegend... Kaum war die Sonne jedoch hinter den Bergen verschwunden, wurde es eisig kalt - und wir mussten das wie immer sooo koestliche Abendessen mit dicken Handschuhen verspeisen :-)! Die Nacht war eher unangenehm - nicht nur wegen der intensiven Kaelte, dem schraegliegenden Zeltuntergrund und meinen allnaechtlichen Toilettengaengen :-) sondern auch, weil ich mich um Shaya sorgte. Kurz nach Ankunft hat sie sich nicht mehr wohl gefuehlt. Sie musste sich sogar uebergeben - und wir befuerchteten Hoehenkrankheit. Zum Glueck kamen unsere Zeltnachbarn (eine der wenigen Touristen, die wir auf der gesamten Umrundung sahen) vorbei um Hallo zu sagen. Zwei Deutsche, und wie ich nach kurzem Schwatz herausfand, waren beides Aerzte - versogt mit allen Medikamenten die in einem Ernstfall gebraucht werden wuerden. Uf, welch ein Glueck wir hatten! Durch ihre Aufsicht und Hilfe konnten wir unsere Umrundung fortsetzten (ohne aerztliche Bestaetigung haette ich die Umkehr durchgesetzt - denn mit solchen Sachen ist nicht zu spassen)!
Doch damit waere nicht genug gewesen... in der Nacht haben Yak-Treiber versucht in ein Zelt einzubrechen (in eines unserer Nachbarn). Die Hilferufe der Touristen haben die Guides und Traeger von uns allen wach gemacht und gemeinsam haben sie die Taeter in die Flucht gescheucht. Verantwortungsbewusst haben alle Nepali's abwechslungsweise Nachtschicht geschoben und uns bewacht, in eisiger Kaelte, kurz vor dem Pass-Summit-Start. Nach kaum Schlaf fuer alle von uns, ging es dann noch mitten in der Dunkelheit los. Wir wollten um neun Uhr etwa oben sein, um die starken mittaglichen Winde auf der Passhoehe zu umgehen.

Mit Stirnlampe und gut eingepackt ging es los. Der Weg zum Pass war zwar nicht allzu steil und meistens gleichbleibend bezueglich Anstieg - jedoch durch die Kaelte, die Laenge und durch den in dieser Hoehe mangelnden Sauerstoff war er trotzdem enorm kraeftefoerdernd!


Ein langer und harter Weg... aber vor allem war er wunderschoen! Vorbei an traumhaften Eis-Seen, tiefen Abgruenden und unbefleckt weissen weiten Schneefeldern - immer umrahmt von unzaehligen wunderschoenen Schneebergen. Absolut traumhaft und nicht in Worte zu fassen...


Nach etwa 2h kam die Sonne - und das Glitzern und Glimmern im ewigen Eis soweit das Auge sehen konnte, war schoener als ich es mir je haette vorstellen koennen. Die aufkommende 'Waerme' (oder besser gesagt, weniger Minusgrade:-) hat uns dann sogleich zu einer kleinen Pause eingeladen; und waehrend ich so da sass, fuehlte ich mich wie im Paradies. Bald auch kam der Gletscher - und wir liefen fuer einige Stunden auf prachtvoll schoenem Eis. Das Zeitgefuehl verloren, glaube ich wir haben den Pass dann um cirka neun Uhr, wie geplant, erreicht.

Was fuer ein Moment! So hoch... auf exakt 5141 Meter ueber Meer... den Goettern einmal mehr so nahe! Wir waren alle ueberaus gluecklich (und erschoepft) und haben in einer kleinen Zeremonie unsere Kata's und ich auch meinen Lung-ta (prayer flags), welchen ich jede Nacht im Zelt aufgehaengt habe, den Goettern des Himalaya gewidmet.


Die von unseren Guides gefuerchteten Winde waren noch nicht da, aber trotzdem wehte es stark und es war einmal mehr bitter kalt... so sind wir nach etwa 20 Minuten geniessen und Kraefte tanken dann weiter gelaufen.
Der Abstieg nach Bimtang war sehr anstregend! Er war nicht nur unaufhoerlich lange (olala, haben wir da gelitten zwischendurch:-) und enorm steil, sondern auch durch die Steilheit, gepaart mit dem unangenehmen Untergrund aus losen Steinplatten und Geroell, forderte ununterbrochene Konzentration und machte uns alle immer mueder (hohe Konzentration fordert einem mehr als physisch harte Abschnitte). Bimtang liegt auf 3590m - das hiess etwa 1500m hinab - und obwohl es so steil war, die Hoehenmeter wollten und wollten nicht purzeln... :-)
Zwischendurch haben wir dann mal was aus unserem Lunchpaket gegessen, obwohl wir uns nicht hungrig fuehlten. Und weiter gings - hinab hinab hinab; zum Glueck jedoch wurde es ab da schon wieder so richtig schoen warm!
Und dann doch, wir gelangten tiefer und eine Stunde vor Bimtang, an einem wunderschoenen Sonnenplatz, mit der wieder beginnenden gruenen Vegetation, haben wir eine laengere Pause eingelegt - und uns mit Suessigkeiten und viel Wasser gestaerkt!

Wow - was fuer ein einzigartiges Erlebnis! Zurueckblickend auf die wunderschoene weiss strahlende Bergkette, habe ich realisiert, was fuer einen intensiven und abwechslungsreichen Tag wir hinter uns haben! In Gedanken habe ich alle Momente dieser spannender 12 Stunden nochmals durchlebt - und lag uebergluecklich auf der Wiese in der warmen Sonne...

Bimtang ist ein absolut traumhafter Ort. Wiederum, es ist mehr eine grosse flache Ebene als ein Ort. Ideal zum Zelten - mit einem Fluss und zwei, drei Steinhaeusern. Wow, wir waren uns sofort einig: hier koennten wir gut und gerne ein paar Tage ausharren! Von Bimtang hat man eine enorm nahe und einmal mehr neue Sicht auf Manaslu - und immer sieht der Berg einfach so imposant und schoen aus!
Der Fluss ist nun nicht mehr unser tagelange Begleiter der Budhi Gandaki, sondern seitdem wir am hoechsten Punkt des Larkye Passes vorbei geschritten waren, sind wir ins Valley des Dudh Khola (Milch-Fluss) uebergetreten. Der Fluss fliesst uns jetzt nicht mehr entgegen sondern mit uns in dieselbe Richtung. Fuer mich war es spannend, mir vorzustellen, dass dort oben, wo ich grade eben gewesen war, irgendwo der Scheitel ist, da wo die Schwerkraft das Wasser der hohen Himalaya-Gipfel zum einen nach rechts leitet und einen Milimeter daneben, das Wasser auf die andere Talseite fuehrt, wo es sich in einen immer groesser werdenden Fluss wandelt.

Am naechsten Tag gings dann durch tiefgruene Rhododendron-Waelder (leider noch nicht bluehend) weiter hinunter - wo wir in Tilije auf 2300m unsere letzte gemeinsame Nacht verbracht haben. Die Aenderung der Vegetation war wieder einmal unfassbar. In so kurzer Zeit, wir waren eben noch auf ewigem Gletscher, sind wir im T-Shirt und unter brennender Sonne durch tropische Gebiete gelaufen.
Der letzte Abend wurde traditionellerweise mit einer riesigen luxurioesen Platte Dal Bhat, dem Treking-Cake "Manaslu Trek 2008 - Happy to the Larkye Pass", reichlich Chang und natuerlich einer Runde Nepali-Musik und -Tanz gefeiert. Unsere gesamte Crew war da und wir hatten viel Spass!

Am naechsten Tag hiess es dann Abschied nehmen... Shaya & Michael gehen ab Dharapani, wo die Manaslu- mit der Annapurna-Umrundung zusammen kommt, dann weiter rund um Annapurna; wobei ich zurueck nach Besisahar laufen werde und von dort mit dem Bus back nach Kathmandu.
Traurig und gluecklich haben wir uns verabschiedet - traurig dass es schon vorueber ist und gluecklich, eine so einmalige Zeit gemeinsam verbracht zu haben...

Und natuerlich habe ich auch hier wieder tonnen-weise Fotos :-)
Part 1, Part 2 und Part 3.