20 März 2010

New Zealand, part 2: sunshine inside & outside – even at the Westcoast

Yogisch gestärkt, kam ich früh morgens wieder in Queenstown an – zurück auf meiner geliebten Südinsel. Und als Erstes natürlich gleich wieder Brutus abholen. Konnte ihn glücklicherweise beim Freund von Naomi’s Schwester stehen lassen, was super praktisch war. Der Schlüssel lag wie vereinbart im Briefkasten und kaum gelandet, war ich wieder ‚back home‘!
Here we go – another chapter of my Kiwi-Explorings has started...

Voller Freude bin ich nach einem letzten, traditionellen Gourmet-Salat am Frankton-Strand – die Aussicht war einmal mehr unbeschreiblich und obwohl ich schon so viele Tage dort ‚gehaust‘ habe, war es wie das erste Mal einfach Herz-erfreuend – bin ich dann wieder gen Norden gefahren, nach Wanaka. Swenja, eine Vollblut Yogini und ehemalige Extrem-Kletterin (sie war die Kletter-Stunt-Frau in Vertical Limits!), hat mich eingeladen, bei ihr zu wohnen. Schon wärend dem Yoga-Retreat in Taupo haben wir gemeinsame Trekks-, Kletter- und Yoga-Sessions geplant ;-).
Obwohl ich dann doch nicht ganz so lange bei ihr blieb, haben wir action-reiche Tage erlebt... Nicht in den Bergen – dafür aber in Wanaka! Mit Freunden von ihr, durfte ich das einheimische Leben in dieser einmaligen Stadt kennen lernen. Bereits das erste Mal als ich dort war und das Heli-fliegen genossen hab, spürte ich, dass dies ein aussergewöhnlicher Platz sein muss. Und tatsächlich ;-)! Wanaka ist fantastisch – der Ort an sich und vor allem auch die Menschen. Wir haben richtig Gas gegeben und ich genoss es in vollen Zügen! What a life – erst grade noch im Yoga-Groove, und nun Vollgas ;-).
Ihr Haus, wo ich wohnen durfte, ist ein Traum! Und das Yoga-Studio gleich inbegriffen ;-). Swenja unterrichtet Iyengar-Yoga – zu Hause. Das Wohnzimmer ist ein vollausgerüstetes Studio (Iyengar pur – und die Doppelfunktion von climbing-equipment professionell ausgeführt)!

Tolle Bike-Touren mit dem vom Nachbar mir zur Verfügung gestellten Mountain-Bike – yeah, endlich wieder Fahrrad-Mobil ;-). Und sogleich kam mir die Idee, dass ich doch im Van, unter dem Bett, ein Fahrrad verstauen könnte... So könnte ich die langen Sitz-Stunden durch erfrischendes biken jeweils abrunden... und anyway – I just miss my daily cyclings! Gedacht getan – und auf den Zentimeter genau passte meine neue Errungenschaft wunderbar unter den Bettrost.

An meinem letzten Abend bei Swenja, sind wir dann spontan noch in das berühmte Sofa-Kino gegangen... Avatar! Hihi, ohne Erwartungen oder Vorkenntnisse sass ich auf dem Sofa – und der Film versetzte mich nicht nur wegen unserem ‚Apéro‘ wie in eine andere Welt ;-).

Dann spürte ich das Reissen – und der Wetterbericht (hab mir für meine Reiserichtung und die für Regen berühmt-berüchtigte Westküste angewöhnt Satelitten-Bilder zu verfolgen) veranlasste mich, kurzentschlossen sogleich loszufahren.

Bin dann am endlos erscheinenden, wunderschönen Hawea See entlang über den Haast Pass an die Westküste! Swenja’s Trekking-Tipps, für Kurz-Pausen und Bein-Vertretungen während der Fahrt, waren genial. Von einem Aussichtspunkt aus hab ich dann auch meine vermissten Schneeberge, wieder in greifbarer Nähe gespürt... Und auch den Strand der Westcoast an einem einmalig schönen, vom Tourismus verschonten Abschnitt, kennen lernen dürfen... Zwei Flussüberquerungen und ein paar Minuten durch den Wald (kein Touri würde sich hierher verlaufen ) – und ich war überwältigt! The famous westcoast! Indeed – this is somehow different and just awesome!
Hab mir dann auch gleich ein schönes Plätzchen für die Nacht gesucht – und mich innert wenigen Augenblicken superwohl gefühlt, wieder alleine unterwegs und auf Achse zu sein!

Am nächsten Tag dann fuhr ich nach Fox Glacier. Eines der zwei berühmten Gletscher-Dörfer! Kaum angekommen, hab ich sogleich mein Bike ausgeladen – und bin nach der anfangs gedachten, durchgeführten und als genial praktisch empfunden Städtchenerkundung per Bike, schlussendlich den ganzen Tag umhergefahren. Hab die ganze Region erkundet... Bin zu allen Trek-Startpunkten hingeradelt, hab die Touren abgelaufen – ja und vor Energie sprühend, bin ich die Hälfte davon sogar gejoggt ;-) was nicht nur mich, sondern auch all die Touris, die ich überholt habe, erfreut hat. Hihi, will man mal ein bisschen auffallen und Stimmung verbreiten, so muss man einfach die bekannten Wanderwege nicht ab-laufen, sondern ab-joggen – .
und schon blühen die sonst verkorkten Touris auf und rufen und jolen ;-).


Nach doch einigen Kilometern per Bike, laufend und rennend, bin ich wunderbar müde und zufrieden wieder nach Fox Town, wo ich einfach so mal bei der Dropzone vorbei schauen wollte. Naomi’s Schwester hat erwähnt gehabt, dass dort der wohl schönste Sprung in Neuseeland zu machen sei.
Ja und nachdem ich noch nicht mal fünf Minuten dort war, stand mein Name auch schon auf der Liste ;-). Lustig, sagte die Dame dort, normalerweise muss man einige Tage im Voraus buchen, ist immer ausgebucht – aber genau heute, sei lustigerweise ein Platz in der letzten Maschine des Tages noch frei. Und dies, obwohl das der beliebteste Flug sei – abends, mit den Farben des Sonnenuntergangs am Himmel über den Schneebergen!


Yepahh – und so genoss ich ein Mal mehr einen unvergesslichen Sprung! Auch hier wieder Tandem, will ich doch den Sprung geniessen und um das Technische sollen sich die Profis kümmern ;-).
Es war dann auch atemberaubend – und ich muss sagen: if I had to choose, this one was definately the best jump ever!

Der Flug zur Absprunghöhe war der wohl schönste Panorama-Flug, den ich je gemacht habe (sorry Switzerland – but this was really awesome)!
Der Gletscher, Mount Cook – alles zum Greiffen nahe… und der Action-Pilot hat tolle Schwenker und close-up-moments kreiert... ja und obendrauf die aufkommenden Farb-Veränderungen am Himmel, sunset at Westcoast; a dream!
Und was hier absolut aussergewöhnlich war: man durfte die Kamera mitnehmen. Nirgends sonst auf der Welt ist dies möglich. Aber hier wird sie mit einem Band um den Hals und zwischen den Sicherungsriemen befestigt – und nach dem Freifall, wenn der Fallschirm offen ist und die Geschwindigkeit von 200 auf 40 km/h reduziert wurde, darf man sie hervor nehmen und knipsen.
Leider hab ich den wohl tollsten Film, den ich je gemacht hab, durch einen so doofen Lade-Fehler, verloren ;-( ! Snif – so kann ich die tollen Waagrecht-Turns und die spektakuläre Landung inmitten dieser atemberaubenden Natur, nun einfach in meinen Gedanken immer wieder nach-erleben – jedoch nicht weiter-geben...

Am nächsten Morgen, immernoch voller Adrenalin, musste ich meine Energie unbedingt umsetzen, spürte das Kribbeln in den Beinen – und bin kurzerhand mit dem Bike über ein paar Hügel, zur Küste gefahren. Yoga um sechs und dann los, 25 Kilometer hoch und runter! Eine Tages-Tour hiess es ;-) aber ich strampelte sie mit einer halbstündigen Pause an der zum Glück kühlen und windigen Beach, in eineinhalb Stunden ab ;-). Jupie, fühlt sich das gut an, verschwitzt und erschöpft grade richtig zum Frühstücks-Cafi zurück bei Brutus ;-)!

Die nächste Station war Franz Josef, das zweite Gletscher-Dörfchen bei Mount Cook. Als erstes gleich die neu eingeführte Bike-Erkundungs-Tour... die ich dann aufgrund des schwachen, aber doch nassen Regens – das erste und wie sich später heraus stellte, auch einzige Mal während meinen Tagen an der Westküste (or even my whole time in NewZealand;-) – mit einem Wohlfühl-Besuch im Spa frühzeitigt abgeschlossen habe ;-).

Am nächsten Tag regnete es dann so richtig – und meine gebuchte Ice-climbing-Tour wurde abgesagt. Was mir grade entgegen kam und ich so mal einen Tag ohne schlechten Gewissens einfach nur wunderbar relaxen & lesen und dann doch noch ein bisschen Action erleben.

Für die Übernachtung wurde ich immer wieder zu Leuten eingeladen. Schon bemerkenswert, wie offen die Kiwi’s sind – kaum erfahren sie, dass ich in einem Van lebe, werde ich eingeladen. Lara, die quirrlige Empfangsdame im Spa, war ab meinem alleine Rumreisen so begeistert, dass sie mich regelrecht bittete, zu ihr zu kommen ;-). Wir hatten einen lustigen Abend. Bestaunten den Vollmond, der so ungewöhnlich nahe, riesengross und in seiner vollen Pracht strahlend, über uns hängte... sassen quatschend und lachend bis tief in die Nacht in der überdimensionalen Garage... wo ich dann auch meinen Van unterstellen konnte und Brutus so zur Abwechslung mal ein Dach über dem Kopf hatte. Bevorzugte ich es stets, in meinem grossen, kuscheligen Bett zu schlafen – durch die Einladungen jedoch das Wild-camping mit offiziell erlaubten Parkieren und dem Luxus, das Bad und die Küche zu benutzen, abzutauschen.


Früh stand ich auf und begab mich zu den Glacier Guides. Das Eisklettern stand heute auf dem Programm – und der Himmel strahlte wieder in wunderschönen Blautönen.
Was für ein Erlebnis! Mit drei Guides zogen wir los, eine Gruppe von ungefähr 12 Menschen – alle jung und sportlich! Super, so kann auch ich einen solchen Gruppen-Ausflug geniessen ;-).
Und es gab einiges zum Geniessen! Angfangen beim ein-einhalb Stündigen Marsch zum Gletscher und über die ersten Eis-Terrassen hinweg. Meine Schuhe endlich mal wieder in Steigeisen, der Klettergurt im Rucksack und die Eisaxt in der Hand. What a feeling... voller Enthusiasmus hüpfte ich an den malerisch schönen, blau-strahlenden Eisformationen vorbei, guckte in die Spalten oder in die durchs Wasser geformten, skurrielen Löcher... Einfach traumhaft!
Unter einer grossen, senkrechten Eiswand blieben wir stehen und unser Eislehrer zeigte uns diverse Techniken und erklärte Interessantes zum Gletscher. Die anderen zwei verschwanden, um hinten herum nach oben zu steigen, wo sie die Seile für unsere Kletter-Lern-Sessions befestigten. Und los gings – wir durften an den drei Seilen üben und uns auspowern. Genial, die Gruppengrösse – so konnte jeder von uns öfters ans Seil, als das die Muskeln es eigentlich zulassen wollten ;-). Uiui, nach den ersten drei Versuchen spürte ich haargenau, wo welche Muskeln benötigt werden ;-) und dass ich diese wohl noch ein bisschen trainieren muss, bevor ich mich auf grössere Eiskletter-Touren begeben kann ;-).

Es machte einen heiden Spass – und ich tobte mich richtig aus!
Ja und nicht zu vergessen, die drei ‚Stars‘ in unserer Gruppe ;-). Bari, Alonso & Kubica (no joke) – die drei Spanier, von denen ich zusätzlich zu unseren Guides viel lernte und inspiriert wurde – sind sie allesamt gelernte Kletterer und voller spritziger Energie, die sie an der Wand sprichwörtlich rum-springen liess.

Wunderbar erschöpft und unendlich happy, ging der Tag im Eis dann zu Ende – und ich durfte mich bereits über die nächste Einladung freuen;-). Im traumhaften Strandhaus in Okarito – welches von den drei Guides als WG bewohnt wird und wo ich mich die kommenden zwei Tage niederlassen durfte! What a place... Mike, Nikki und Jason mussten arbeiten – die Eis-Touren finden täglich statt.... und so durfte ich den Tag über das Haus für mich alleine geniessen. Der Strand vor der Tür... Jogging am wilden Meer, die hohen Wellen auf den Sand fallend – wie Musik in den Ohren...
Natürlich mietete ich mir ein Kayak, wofür Okarito berühmt ist, und ging die Backwaters per Paddelschlag erkunden. Cool – und machmal auch etwas ‚gfürchig‘ ;-) so ganz alleine, den Kräften der Natur ausgeliefert! Nicht nur das Wasser und die Wellen, auch der Wind hatte einen starken Einfluss darauf, wie stabil (oder eben unstabil) ich mich im Kayak fühlte.... ;-).

Abends kamen jeweils Freunde und wir kochten leckere Teamwork-Nachtessen... genossen die Abende... und immer wieder musste ich auf die riesige Veranda, welche vom noch vollen Mond erhellt, das Meer und die weissen Salzränder der Wellen romantisch zu sehen und zu hören waren...

So schön es dort war – mich zog es bald weiter! Bewegung, Bewegung – ich konnte kaum ruhig sitzen! Nicht hier, im Land der unendlichen Outdoor-Möglichkeiten ;-).
So fuhr ich der Küste entlang gen Norden... stoppte hier und da, sah mir die berühmten (jedoch nicht wirklich speziellen) Pancake-Rocks an. Und immer wieder joggte ich die Walks ab, welche von der Strasse weg innert kürzester Distanz inmitten traumhafter Natur mit Flüssen, Wälder, Seen und Wasserfällen sich schmückten. Passierte Greymouth, die erste grössere Stadt an der Westküste – wo ich den Tank sowohl für Brutus wie auch für mich füllte; diesen hässlichen Ort dann aber schnell wieder verliess... dann kam Westport, die nächste und wohl grösste Stadt an der Westküste. Again – terrible city... das Schild ‚Taranga‘ (Ivo & Naomi seid gegrüsst;-) führte mich jedoch zum Strand – der wunderschön war und wo ich eine Robben-Kollonie ganz nah bestaunen konnte.

Obwohl schon langsam der Abend einläutete, wollte ich hier nicht bleiben... fuhr weiter – und wählte gut ausserhalb der Stadt eine verlassene Strasse die zum Meer führte, in der Hoffnung, einen Platz zum Anhalten und Übernachten zu finden.
Et voilà – und das Auto, das schon dort stand, bescherte mir eine neue, tolle Bekanntschaft! Ingo, Katha und deren Sohn Vincent!
Es war eine dieser Bekanntschaften, wo man sich sofort wohl fühlt – so als würde man sich schon ewigs kennen. Wir erzählten und lachten, kaum bin ich ausgestiegen. Und da es bereits Dunkel wurde, entschlossen wir kurzerhand, am Strand ein Feuer zu machen... Mein erstes Strand-Feuer – so cool!
Das Joggen am frühen Morgen war traumhaft – und ich konnte kaum mehr aufhören, zu rennen. Das Knurren im Magen leitete mich dann wieder zurück und wir picknickten gemütlich auf der Decke sitzend, jeder bereitete das zu, was er dabei hatte – und heraus kam ein richtig leckerer Gourmet-Brunch!

Da wir alle nach Norden wollten, beschlossen wir, gemeinsam weiter zu fahren. Und das war genial. Ich genoss es richtig – mal wieder ‚teilen‘ zu können.
Wir fuhren bis zum letzmöglichen Zipfel der Westküste, nördlich von Karamea. Traumhaft, wild – und ohne Worte, das muss sich jeder schon selber mal anschauen ;-).
Wo die Schotterstrasse dann aufhört, bettet sich ein unvergleichlich schöner Camping-Platz, direkt am Meer! The last station, before nature takes over...
Unser geplantes Abendessen war dann der absolute Volltreffer! Schöner könnt es nicht sein: leckeren Fisch, in garlic-coconut-sauce, with sweet potatoes and organic salad... Gekrönt mit einer Aussicht, die ich wohl nicht beschreiben muss: Westcoast, where the sun sets, deeply red into a wild, energetic sea...


Wie gerne wär ich auf den hier startenden Heaphy Trek, hinüber zur Golden Bay – aber entschied dann, dass ich zum Nelson Lakes National Park gehen möchte; eine Entscheidung, für die ich später so dankbar sein werde...

Die Fahrt nach St. Arnaud führte durch wunderschöne Natur, die Strasse schlängelnd an einem Fluss entlang – und gegen Abend kam ich dann an der See-Stadt an. Stellte Brutus am Ufer ab – wo grade die jährliche Boots-Show statt fand. Viele Leute, die ihre Oldtimer Boote und Luxus-Yachten soeben aus dem Wasser nahmen, schwirrten umher; und ich kreierte inmitten des Trubels mein Abendessen, schaute dem Treiben der Bootsleute zu – und stellte meine noch nassen Trekking-Schuhe in die Sonne, ein paar Meter entfernt von meinem Standplatz (den ich schön im Schatten wählte;-)... ja und dann kam der Schreckens-Moment: meine Schuhe waren plötzlich weg! Während ich mit der Park-Warden-Dame sprach, die mir erklärte, wo ich heute Nacht offiziell erlaubt im Van übernachten darf, muss jemand die Schuhe genommen haben! Oje – ob ich die wohl rechtzeitig wieder kriege?? Will ich doch morgen ganz früh los – und ohne Schuhe impossible to go!
Habe mich frecherweise in die abgeschlossenen Zelte geschlichen, in der Hoffnung, dass meine Schuhe irgendwo stehen... jedoch ohne Erfolg!
Positiv denkend, hab ich mich dann zum Schlafplatz begeben und alles für die mehrtägige Wanderung vorbereitet (so langsam bin ich richtig geübt darin;-) und weiss genau, was ich brauche und was nicht – was ein wichtiger Punkt ist, um den Rucksack nicht unnötig schwer zu machen (15kg reichen denn auch um ihn über die Pässe und Berge zu Schleppen;-).
Noch bevor um acht Uhr das Park-Office öffnete (wo ich mir die Hut-Tickets besorgen musste und mich für allfällige Notfälle registrieren), ging ich zum Ufer wo die Boots-Show in den zweiten Tag startete und wo ich hoffte, dass jemand meine Schuhe abgegeben hat. Die Verantwortlichen waren super freundlich und versuchten mir mit allem Effort zu helfen. Es ist jedoch noch früh; und vor elf Uhr, wo die Show offiziell startet, werde ich wohl schlechte Chancen, meine Schuhe zurück zu bekommen, haben.
Oje, what a situation... Wollte mir gar nicht vorstellen, was ich machen muss, wenn die Schuhe nicht mehr hervor kommen (das wäre nämlich ein Abbruch des mir so gewünschten Treks gewesen...)! Ich wartete und wartete – mir ewigs vorkommende Minuten und Stunden - zum Glück gabs einen tollen Café- und Tee-Stand ;-) Sogar leckeren Gewürz-Chai à la India, mit Soya-Milch ;-).

So langsam kannte ich alle Organisatoren – und jeder hatte Mitleid mit mir, versuchte zu helfen. Der Speaker hat dann um elf Uhr, als er die Show über die Lautsprecher eröffnete – auch gleich meine vermissten Schuhe ausgerufen; jedoch ohne Erfolg.

Ich ging dann zwischendrin mal meine (ungefähre) Routenplanung und Registration im Park-Office machen... und meldete auch dort, meine vermissten Schuhe. So langsam suchte glaubs halb St. Arnaud nach meinen geliebten Salomon XA Pro – doch sie wollten einfach noch nicht auftauchen.

Dann war es genau Mittag, was hiess, dass in der Schweiz Mitternacht war – und der runde Geburi von Nadja „bonita“ grad begann... ich nutzte den Moment, ihr zu schreiben und so hoffentlich die erste sein werde, die ihr gratuliert ;-). Dass das SMS trotz all meiner vortäglichen Vorbereitungen für eine erfolgreiche Versendung nicht ankam - sollte ich erst viele Tage später erfahren...

Ja und wo ich schon halb verzweifelt, nach über fünf Stunden des zähen Wartens, wieder mal beim Kiwi-Speaker stand – rief er erneut über die Lautsprecher meine Schuhe aus... und da kam er hergerannt, mit einem grossen Lachen auf dem Gesicht; und meinen Salomons triumphierend in den Händen hoch haltend... „No worries, they were in good hands“... und die Bemerkung, dass er mir die Schuhe ja praktisch unter den Augen ‚weggenommen‘ hat und nicht ich sie vergessen hab, liess ich bleiben – stiess einen Aufschrei der Freude aus und umarmte ihn. Die Erleichterung, dass meine Schuhe wieder da sind und ich nun endlich los kann, überstieg alles ;-)! Jupieeee... endlich gehts los! ;-)

Da es schon spät war und ich eine grössere Strecke mir vorgenommen hab, hüpfte ich kurzerhand auf ein Taxi-Boot, das mich ans Ende des Rotoiti Sees gefahren hat – zum Glück, wäre der Trek entlang des Sees eher ‚langweilig‘ gewesen – und ich war später so froh, hab ichs bis zur Upper Travers Hut geschafft, wo ich bald eine so wertvolle Bekanntschaft schliessen sollte...


In der vollen Mittagssonne startete ich dann den wohl schönsten Trek, den ich im Kiwi-Land gemacht habe... The Sabine-Travers-Circuit, 80km lang, umgeben von wunderschönen Bergen, u.a. Mount Travers (2338m), Mount Angelus (2084m) und Mount Hopeless (2275m), sowie der Sabine- und Robert-Ridge.
Kann kaum in Worte fassen, wie übermässig gross und tiefgehend die stets spürende Glücklichkeit war, die ich dort empfinden durfte! What a place... what an energy... what a unique nature! Ab von den Major-Trekkings, hier im Backcountry-Land, hab ich eine so tiefe Zufriedenheit und Verbundenheit mit der Natur spüren dürfen... werde jeden einzelnen Moment dieser wunderschönen, anstrengenden und einfach einmaligen Tage immer in mir tragen!

Spät Abends, grade vor dem Eindunkeln, kam ich nass-geschwitzt und überaus glücklich, in der Upper Travers Hut auf 1320m an! Mehrere hundert Höhenmeter und über 20 Kilometer... Hmmm, so ein schönes Gefühl, endlich back in the nature, back ‚at work‘!
Ja und dann lernte ich Henry kennen – die Hut-Warden... eine quirrlige, aufgestellte Frau, die die Berge und den ganzen National Park besser kennt, als ihre eigene Hosentasche. Die mir wertvolle Tipps gab und mich anspornte, Routen zu gehen, die ich ohne ihre Aufmunterung bestimmt nicht gemacht hätte – mit der Befürchtung, dass sie zu lange sind und ich sie nicht schaffen würde... Eine Frau, die mir ihre Liebe zur Natur so wunderbar übermittelte – es war eine unbeschreibliche Freude, ihr zu lauschen und mich mit ihr austauschen!
Henry (die Kiwi-Abkürzung für Henriette) lebt seit bald 15 Jahren in Neuseeland, ist aber ursprünglich Deutsche. Und da sie den Kiwi-Accent blumiger spricht als mancher Kiwi, hät ich wohl nie erraten, dass sie fast eine Landsfrau ist und wir uns in Deutsch unterhalten können...


Inmitten ihrer blumigen Erzählungen, kramte sie plötzlich ein Schoggi-Pulver hervor – und zeigte uns, wie man trotz spärlichem Vorhandensein von Zutaten, einen leckeren Dessert auch weit weg von jeglicher Zivilisation hervor zaubern kann ;-) und allesamt genossen wir den wohl feinsten Pudding, den wir je geschleckt haben ;-).
(Yammi – it’s always again impressive, how ‚normal‘ things turn into luxury, when being in nature, where supplies are limited or just not available...)!

Henry, ihr Freund Adam und ich sassen dann am Abend bis in die dunkle, sternenüberhäufte Nacht hinein noch lange auf der Veranda – sofort nach dem Verschwinden der Sandfly’s ;-)... und Henry erstaunte uns alle beide, mir ihrem Wissen über die Himmelskonstellationen, die Sterne und Planeten... Neuseeland ist absolut gerechterweise berühmt für die einmaligen Nachthimmel und das Star-gazing – man sieht hier mehr Sterne, als wir Europäer uns mit grösstem Enthusiasmus überhaupt vorstellen können, dass diese existieren! Unzählige Himmelskörper, strahlend und blühend; und zum Greiffen nahe! Orion, der hier ja up-side-down zu bewundern ist... die Milchstrasse, deutlicher und schöner, als ich sie jemals gesehen habe... und dann der Höhepunkt: ich sah zum ersten Mal the Southern Cross! Und Henry konnte es nicht nur deuten, nein, sie wusste auch so viel darüber zu berichten – galaxy-technisch und kulturell. Eine wahre Freude, ihr auf der Veranda liegend, die Augen gen Himmel gerichtet, zu zu lauschen...

Ja und dann kam ein neues Thema: Antarctica!
Bis anhin war die Antarktika einfach ein ferner Punkt auf der Landkarte... Durch Hampi & Nicci, die kürzlich dort waren, ein bisschen näher – aber trotzdem immer noch sehr unbekannt. Adam und Henry, wie noch vier weitere Menschen in der Upper Travers Hut (also fast die Hälfte aller Anwesenden), kamen allesamt direkt von der Antarctica-Season – und ich war total im Bann! Was für eine Überraschung, so viele Menschen, die dort waren und diesen abgeschiedenen Flecken Erde kennen, zu treffen und all diesen spannenden Geschichten zu zu hören; Abenteuer, die noch total frisch waren und grade erst erlebt – ja und ich spürte es immediately: Da will ich mal hin!
Am liebsten auf einem Schiff, wo man nicht stationär ist, sondern umher kommt... die diversen Stations besuchen kann... und auch an den Pol runter kann – „a quite remote place“, wie Henry nachdenklich und gedanken-versunken sagte - und uns mit dieser Bemerkung zum Lachen brachte, dass wir beinahe unsere Hosen nässten ;-).

Henry hatte noch eine Nacht im Park vor sich, dann ging sie raus und ein paar Tage Pause, bevor die nächste Tour startete. Sie und Adam wollen zur Golden Bay, Rock-Climbing! Und sie fragten mich, ob ich sie nicht begleiten mag...
Oh yeeees, I would love to... und so ‚verabredeten‘ wir uns, dass wir uns in St. Arnaud auf dem Camping, wieder treffen.
Am nächsten Morgen führte mein Weg mich hinauf auf 1787 Meter, über den Travers-Pass... ein traumhafter Aufstieg... und ich musste nach kurzer Zeit schon die erste Genuss-Pause einlegen ;-)! Mount Travers pompös über mir thronend... Oh fantastic, und zum Glück konnten wir uns am Morgen kaum verabschieden, und so startete ich als allerletzte – und genoss es nun so intensiv, absolut alleine zu sein... ;-).

Auf dem Pass dann stoss ich auf die ersten Leute – und noch vor der Hälfte des nicht enden wollenden, gefährlich steilen Abstieges, hatte ich bereits alle überholt- und die Natur und ich wieder alleine vereint!
Nach über 1100 Höhenmetern Abstieg hinunter auf 670 Meter, hielt ich mich im Valley nach links, weg vom Circuit, einen Side-Trip wieder steil hinauf zur Blue-Lake-Hut. Henry’s Lieblingsplatz im ganzen National Park – und dank ihr hab ich den Trip dann auch gemacht und dieser einmalige Flecken Erde mauserte sich dann innert kürzester Zeit ebenfalls zu meinem Lieblingsplatz im Nelson Lakes National Park... Der Blue Lake, auf 1190 Meter liegend, ist umwerfend schön. Eingebettet zwischen Berge, Wälder und Lagunen... Und es war absolut kein Mensch dort! Jupiee...
Obwohl sau-kalt, konnte ich es mir natürlich nicht entgehen lassen, splitter-nackt reinzuhüpfen ;-) Brrrrr... ein paar Schwimmzüge und bald war ich wieder draussen... Eine Erfrischung, die schöner nicht sein könnte... Natur pur... as God has all created...

Splitternackt am Ufer liegend, liess ich mich von der Sonne trocknen... meine Glücklichkeit kaum aushaltend ;-). What a life I live... ;-)!
Grad vor dem Aufkommen der Sandfly’s, bin ich kurz nach Sonnenuntergang, zurück in die Hütte – wo grade mal drei andere Trekker waren... what a treasure, to be in the Backcountry... ;-).

Am nächsten Morgen früh los – konnte es kaum erwarten, mir wieder den Rucksack aufschnallen und losmarschieren! Back down, wieder zurück auf den Circuit... das Tal hinunter, bis zur traumhaft gelegenen Sabine Hut (450m) am Rotoroa Lake. Obwohl nur leichtes Auf und Ab, zieht sich die Strecke und ich musste viele Kilometer abspulen... bin absolut erschlöpft und ohne Power am See angekommen – und konnte meinen Augen kaum glauben: what a view... what an astonishing sky... sowas hab ich glaubs noch nie erlebt!
Und trotz den zwei jungen Trekkern die auch grade angekommen sind, bin ich traditions-gemäss einmal mehr wie die Natur mich erschaffen hat, in den See gehüpft – diesmal ein wunderbar angenehm warmer See... mit eben dieser Aussicht, die sich nicht in Worte packen lässt!!!


Der Abend war super, die zwei Berliner Trekkerinnen und ich hatten endlos Spass – und dank Ihrer grosszügigen Essens-Spende an mich, konnte ich diesen einmaligen Trek hier dann noch wundebar verlängern und musste nicht über die Robert-Ridge rennen ;-).
Hatte drum vor, über die Ridge zum Angelus-Lake zu gehen und von dort um den Rotoiti-See zurück nach St. Arnaud. Mein Essen war schon so spärlich, dass ich bereits seit dem Lunch auf Spar-Ration war und jeden essbaren Brösmel in meinem Rucksack, genau durchdacht aufgeteilt und eingeteilt hatte. (Auch mal ne tolle Erfahrung für uns verwöhnten Stadtmenschen – wenn es einfach nichts zu kaufen gibt ;-).

Die beiden kannten jedoch den Weg und meinten, dass es nicht nur herausfordernd sei, sondern beinahe unmöglich – und es anyway dort oben so schön sei, dass es schade wäre, wenn ich durch-rennen würde.
Ja und so machte ich mich noch vor Sonnenaufgang am nächsten Morgen, mit Essen aufgefüllt, auf den Aufstieg! Olala – das waren harte Höhenmeter! Steil rauf, ohne auch nur einen Meter abflachend und gemächlicher. Nein, einfach 1450 Höhenmeter rauf – zuerst durch dichten Beech-Wald, im Zickzack hocharbeitend, ohne Pause um dann plötzlich an der Baumgrenze – die nicht allmählich, sondern schlagartig vor mir war – anzukommen... und was für ein Moment: exakt mit meinem Hinaustreten aus dem Wald auf die Wiese, kam die Sonne über die Berge im Hintergrund und schien mir direkt in die Augen! Wie wenn mir die Natur Good-morning sagen möchte – a new day, a new treasure has started!

Jeder einzelne Schritt dieses einmaligen Tages ist unvergesslich… bescherte mir neue, imposante Eindrücke… von dichten Wäldern, über satt-grüne Wiesen, zu steinigen Hochplateau’s hin zur beidseitig steil abfallenden Ridge mit traumhaftem Panorama... um Stunden später und einige Liter Wasser verdampfter Anstrengung erleichtert, am malerischen Angelus Lake anzukommen! Wow wow wow!!!
Das Wetter sollte ja umschlagen – aber es schien, als wolle es für mich noch krampfhaft schön bleiben und mir meine ewigs andauernde Wetterglücks-Strähne fortführen... und so zogen die kurz auftauchenden dunklen Wolken auch sogleich weiter – und ich genoss einen wunderschönen Lunch-stopp am Lake. Kühlte meine heissen Muskeln ab und wusch mein salz-verkrustetes Gesicht ;-) im Angelus Lake ab... Ja und weiter gings – sollte auf der Robert-Ridge der Wind bereits zunehmen (und der kann dort gefürchteter Weise, Stärken annehmen, die den Menschen, der sich getrauen sollte zu dieser Zeit dort zu sein, auf den Boden kauern lässt und hoffen, dass man nicht weg gewindet wird!).
Schnell weiter, entschloss ich... no way dass ich mir den Genuss der Ridge entgehen lassen würde und die Alternative Route rundherum wählen müsste ;-).

Und yepahh, der Wind hielt sich in Grenzen und ich konnte die 3 Stunden hoch oben auf der Ridge, mit unbeschreiblichen Aussichten rund um mich herum, in endlos weite Fernen, tief geniessen und in mich aufsaugen!
Da treff ich auf den einzigen Trekker, der mir an diesem Traumtag entgegen kam – Hannes, zur ‚Abwechslung‘ mal wieder ein Deutscher ;-). Er empfahl mir dringendst, dass ich noch eine Nacht in der Bushline Hut einlegen soll – sei dies eine einmalig tolle Hütte, genau über der Baumgrenze auf 1290 Meter, am Abhang, hoch über dem Rotoiti See zur einen und dem Rotoroa See zur anderen Seite...
Gesagt getan – und da mein Körper sich entschieden hat, aufgrund des am Tag zuvor eingefangenen Wespenstichs (bereits der Zweite auf dem Circuit), nun doch noch zu reagieren und meine Wade aufschwellen zu lassen wie ein Hefeteig im Ofen, war ich froh, nicht mehr weit laufen zu müssen. Ja es wurde mir sogar etwas übel und schwammig vor Augen. Meine Stirn zeigte Fieberanzeichen an – und die Erste-Hilfe-Dame der Schulklasse, die grade einen Tagesausflug zur Bushline Hut unternahm, meinte dann auch, dass ich sofort Antihistamin nehmen müsste! Es sei äusserst gefährlich – und kann nicht selten sogar zum Tode führen wenn man nichts unternimmt!
Hmmm, das passte mir dann schon gar nicht – und nach einfühligem In-mich-Hören, entschied ich, dass mein Körper das Gift bezwingen kann und ich mir den Abend hier nicht versauen lasse ;-). (jaja, ich weiss, ich versuch ja nicht leichtsinnig zu sein – und ich bin mir auch sicher, dass diese Entscheidung nicht leichtsinnig, sondern ganz nach ich-kenne-meinen-Körper war).

Ich versuchte so viel wie möglich zu Ruhen und die drei anderen in der Hütte verwöhnten mich so richtig. Sie liessen mich kaum einen Meter hin oder her laufen, brachten mir alles in die Hände und kochten Tee und wuschen mein Geschirr. Echt toll – ich genoss das richtig ;-).
Und da die Hütte ja an der Felsklippe direkt über dem See trohnte, waren die 10 Meter zum besten Aussichtspunkt auch grade noch für einen Wespen-Gift-leidenden-Touri machbar ;-).

Und wie ich gespürt hatte, fühlte ich mich am nächsten Morgen auch schon wieder viel besser, die Schwellung hat gestoppt und das Fieber war weg. Der Gift-Kampf hat also schon wunderbar eingesetzt und erste Erfolge erzielt. Bald werde ich wieder Gift-los sein – bestimmt ;-).

Bin mal wieder früh los... mein Abschluss-Trek dieses einmaligen Erlebnisses!
Unvergleichlich... unvergesslich! Nelson Lakes National Park – my new favorite!!!

Es waren dann aber doch noch 700 Höhenmeter runter und einige Kilometer um den See, bevor ich müde und glücklich, noch ein bisschen angeschlagen aber schon wunderbar am genesen, wieder zu Hause ankam! Brutus wartete as usual wunderbar einladend und startklar für neue Abenteuer ;-)!

Und die kamen auch sogleich – Schlag auf Schlag ;-)
Und da ich nun aber langsam den Längenrekord hier beim Blogeintrag-Schreiben schlage, versuche ich mich nun etwas kürzer zu halten *smile*!

Treffe Henry und Adam wie vereinbart auf dem Camping! Geniesse die immer so einmalig schöne After-Trekking-Shower – und fahre direkt an die Golden Bay, nach Takaka. Takaka Hill beschert mich dann mit meiner ersten Pässefahrt bei Nacht ;-) yepah, trotz meinem lahmen Brutus genoss ich es! Ja und eine kurze Bemerkung gilt hier noch dem ersten Possum, dem ich auf dieser Strecke begegne: vom Licht angezogen, läuft es auf die Strasse – noch in guter Distanz von mir – sieht in meine Richtung und erblickt das Auto auf sich zukommen. Ja und dann die Überraschung; anstatt weg zu rennen oder auch einfach nur langsam sich aus dem Staub machen (kommt ja immerhin ein tödliches Ungetüm entgegen das es jeden Augenblick überfahren wird), erstarrt das doch doofe Possum – und bewegt sich keinen Milimeter mehr! Da ich noch nicht bekannt war mit dieser typischen Verhaltensweise, erwarte ich stets seinen Abzug, um ungläubig kurz vor dem Tier dann doch selbst zur Ausweichung ansetze und einen riesen Bogen um das frozen animal zu machen! Ich muss ja so lachen – wie dumm das Possum sich nur angestellt hat. Unglaublich... Erfahre später, dass das absolut normal ist – und dass die Einheimischen nicht wie ich liebevoll ausweichen, sondern freudig aufs Gaspedal treten und das Tier überfahren!
(Kurze Erklärung dafür: Possum’s sind in Neuseeland eine grosse Plage. Aus Australien eingeführt, haben sich die nicht-einheimischen Tiere seit einigen Jahren so zahlreich vermehrt, dass eine richtig mühsame Plage entstanden ist, die den Natur-Haushalt durcheinander bringt und so einige Probleme in der Landwirtschaft gebracht hat. Die Bekämpfung mit dem 1080 Giftstoff hat zu anderen, mühsamen Problemen geführt und so die durch die Possum’s ausgelöste Problem-Schlaufe der Natur immer mehr verstärkt – ein bisschen Verständnis kommt auf, für die Kiwi’s, die die Possum’s mit plötzlich aufkommender Kampflust brutal überfahren!)

In Takaka lass ich mich auf dem coolen HangDog Camping nieder – und erlebe seit langem mal wieder, wie das Leben der meisten Traveler aussieht: Parties, Fun und Action... gemeinsames Camping-Leben... Echt cool – und ich geniess die Tage hier in vollen Zügen.
Mit Henry, Adam und seinen drei Antarctica-Freunden machen wir uns dann täglich an die einmalig schönen Kletterwände in Paynes Ford – die meisten nur einen Spaziergang vom Camping entfernt. Alle Schwierigkeitsgrade, alle Natur-Schönheiten... ob im Wald, über dem Meer, am Fluss überhängend mit absichtlichem Sprung (oder in meinem Fall wohl eher ungewolltem Fall aus der überhängenden Wand ;-) ins Nass... es war traumhaft!
Und Orin, unser Kletterprofi, hat Freude gehabt, uns drei Amateurs tolle und punktgenaue Lehr-sessions zu geben. Ich hab in den drei Tagen wohl mehr gelernt, als ich jemals in wochenlangen Kursen erlernen könnte. Danke Orin, das war genial!
Und wo ich dank seinen goldwertigen Tipps und Ratschlägen, wenn ich trotz Toprope an einer für mein Können viel zu schweren Wand (18) mich selbst herausfordern wollte und nach eindringlichem Absuchen aller vier Extremitäten an einem Punkt dann entschied, dass hier wohl nichts mehr geht und ich wieder runter kommen muss, dann durch seine präzise Anweisung, wo ich den Fuss platzieren soll, doch the top erreichte – unbeschreiblich, what a feeling!

Ich hätte ewigs dort bleiben können... Climing... Stories of Antarctica von Adam, Orin und Eli lauschen… Camping-Life und Hippie-Vibes in Takaka ;-)...
Doch der baldige Abflug nach Thailand – was ich aber auch nur für ganz wenige Menschen gemacht hätte und mein geliebtes Neuseeland frühzeitig abzubrechen (und dies auch noch freudig;-), liess mich dann weiter gen Norden ziehen.
Via Kurz-Abstecher auf dem Luxus Weingut ‚Herzog‘ nähe Blenheim (von einem Schweizer Star-Wirte-Paar), wo ich das Fünf-Gang-Sterne-Dinner vorzüglich und eingiebig genoss – natürlch mit dem passenden Wein jeweils zu jedem Gang... und dann wohl eher nicht mehr so erlaubter-weise einen schönen Ort für meine letzte Übernachtung auf der Südinsel suchte. Hab gemeint, ich sei etwa 15 Minuten gefahren, bis ich in der Dunkelheit mich für einen Standort entschied, von dem ich hoffte, dass er schön sei – um am nächsten Morgen dann überwältigt zu sein von meiner doch etwas ‚blauen‘ Treffsicherheit am Abend zuvor ;-).


Schöner hätte diese (vorerst) letzte Nacht auf der Südinsel nicht sein können – und glücklich kurvte ich die geschlängelte Küstenstrasse – die nicht ungefährlich am Abhang sich befand – wieder zurück auf die Hauptstrasse (hihi, war ich mit dem 15-Minuten-Platz-Suche-Gefühl doch etwas optimistisch – war es fast ne Stunde, die ich fürs Vorfahren wieder benötigte ;-)).

Ab nach Picton, um pünktlich auf die Fähre zu kommen... Überfahrt mit Brutus auf der riesigen Autofähre über die tiefe und rauhe Cook-Strait (berühmt für Seekrank-werdende Passagiere) nach Wellington, the capital of New Zealand.
Uh, big-city-pressure... once more – und schnell fuhr ich auf den Highway gen Norden. Eindrücklich, wie die Infrastruktur sich schlagartig änderte. Die dichter bewohnte Nordinsel, eine ganz andere Insel – und doch NewZealand, with its charme and beauty!

Mir blieben noch vier Tage: via Ohakune nach Whakapapa im Tongariro National Park, wo die berühmten und traumhaft schönen Vulkane stehen, Mount Ruapehu – mit 2797 Metern Höhe der höchste Vulkan und höchste Punkt auf der Nordinsel, sowie Mount Tongariro (1968 Meter hohe Vulkan). Voller Tatendrang wollte ich die 4-tägige Umrundung in zwei absolvieren – was mir dann jedoch durch starke Winde auf der Ridge verunmöglicht wurde. Naja, es muss wohl so sein – und es ist immer gut, sich etwas fürs nächste Mal aufzubewahren... ;-).
Und der Halbtages-Trek in den Nationalpark hinein hat in mir das Verlangen, ausgelöst, bald wieder hierher zu kommen und auch diese traumhaft schöne Gegend zu erkunden.


Via Stop in Rotorua bei Paul, wo ich grade rechtzeitig ankam, um eine Yoga-Stunde in seiner Schule zu geniessen und meine Sonnenbrille abzuholen, die ich Wochen zuvor bei Robert - nach dem Ceresoli-Retreat in Taupo - in seinem Van liegengelassen habe ;-) (ja ich fühl mich ja fast schon wie zu Hause hier, kenne ich überall Leute, die mich mit offenen Armen empfangen und mir ein Stück Neuseeland vermitteln)... bin ich dann nach Raglan – wo ich einmal mehr so liebenswürdig empfangen und eingeladen wurde. Diesmal bei Eugénie, Tabea’s Freundin, die uns verkuppelt hat – und obwohl wir ein Treffen schon nicht mehr für möglich hielten, kam ihr spontaner Anruf genau im richtigen Moment, sodass ich auf dem Weg nach Auckland kurzerhand links abgebogen bin und gen Raglan. Eine aussergewöhnliche Stadt an der Westküste – wo ich im absoluten Traum-Haus von Eugénie und ihren zwei Villa-Mitbewohnern meine letzte Station in Neuseeland so richtig luxuriös gestalten durfte! Wow, was für ein Glück ich doch habe – so viele Geschenke, Bekanntschaften, unvorstellbar tolle Momente!
Mein kurzer Mail-Check liess uns dann meinen vermeintlichen Van-Verkauf feiern – und alles war für den morgigen Abflug nach Thailand ready: Van verkauft, Übergabe geregelt und Airport-Shuttle auch gleich mitorganisiert.

So dachte ich, sei alles palletti – und ich kann in Auckland noch gemütlich mit Lee, die ich im Taupo-Retreat kennen und schätzen gelernt hab, die letzten Stunden verbringen. Bei ihr Yoga machen und dann am Abend an den Airport...
Aber es sollte alles anders kommen – der Vanverkauf platzte (Internet-Betrug in seiner vollsten Ausführung)... und ich verbrachte die letzten Stunden dann nicht gemütlich und relaxed, sondern im Vollgas-Modus! Versuch, den Van am Automarkt los zu werden... Registratur auf der überfüllten Post verlängern... Packen... ja jeden Schritt den ich machte, musste ich rennen, um alles unter einen Hut zu kriegen! Und wenn Lee mir nicht so unvorstellbar hilfreich und selbstlos geholfen hätte, würde Brutus nun irgendwo am Strassenrand von Auckland vor sich hin verwesen – und nachdem er mir während den 5'545 gefahrenen Kilometern immer treu zur Seite stand, würde er mir früher oder später dann noch einen unerfreulichen Abschluss mittels einer Strafe bei meiner nächsten Einreise in NewZealand beschehren...
Danke Lee, you are fantastic! Will never forget how you’ve helped me and transformed this last stressful task into nontheless wonderful moments!

Glücklich, erschöpft und randvoll mit einmaligen Erlebnissen, habe ich Neuseeland verlassen – die Sonne verwandelte den Abendhimmel grade in ein Meer rot-leuchtender Farben...
NewZealand – what a place... what an adventure! I love you!!!